Krankheitsbilder – das breite Spektrum der Physiotherapie
Ob Orthopädie, Neurologie oder Psychiatrie – Physiotherapie kommt in nahezu allen medizinischen Fachrichtungen zum Einsatz. Sie unterstützt Menschen dabei, Beschwerden zu lindern, Funktionen wiederherzustellen und die Selbstständigkeit im Alltag zu fördern. Hier findest Du einen Überblick über die wichtigsten Anwendungsgebiete.

Übersicht
Verständliche Informationen zu häufigen Beschwerden – und wann Physiotherapie hilft.
- Orthopädische Erkrankungen
Physiotherapie bei Bandscheibenvorfall
Ein Bandscheibenvorfall klingt dramatisch — die meisten lassen sich aber konservativ behandeln, ohne Operation. Physiotherapie ist dabei das wichtigste Behandlungsverfahren.
Mehr lesen - Gynäkologie & Urologie
Physiotherapie bei Beckenbodenschwäche und Inkontinenz
Eine schwache Beckenbodenmuskulatur ist häufiger, als die meisten denken — und sie ist gut behandelbar. Spezialisierte Physiotherapie ist die wirksamste Erstbehandlung bei Belastungs- und Dranginkontinenz.
Mehr lesen - Orthopädische Erkrankungen
Physiotherapie bei Hüftarthrose (Coxarthrose)
Hüftarthrose ist nach der Kniearthrose die häufigste Verschleißerkrankung großer Gelenke. Mit gezielter Physiotherapie kannst Du Beschwerden deutlich reduzieren und einen Gelenkersatz häufig hinauszögern oder vermeiden.
Mehr lesen - Orthopädische Erkrankungen
Physiotherapie bei Kniearthrose (Gonarthrose)
Kniearthrose ist die häufigste Gelenkerkrankung in Deutschland. Mit gezielter Physiotherapie kannst Du Schmerzen reduzieren, Beweglichkeit erhalten und eine Operation oft hinauszögern oder ganz vermeiden.
Mehr lesen - Neurologische Erkrankungen
Physiotherapie bei Morbus Parkinson
Morbus Parkinson ist eine chronische, fortschreitende neurologische Erkrankung. Spezialisierte Physiotherapie ist heute neben der medikamentösen Behandlung die wirksamste Therapie, sie verlangsamt den Funktionsverlust spürbar.
Mehr lesen - Neurologische Erkrankungen
Physiotherapie bei Multipler Sklerose (MS)
Multiple Sklerose ist eine chronische Erkrankung des zentralen Nervensystems mit sehr unterschiedlichen Verläufen. Aktive Bewegung und gezielte Physiotherapie sind heute fester Bestandteil der Behandlung.
Mehr lesen - Orthopädische Erkrankungen
Physiotherapie bei Rückenschmerzen
Rückenschmerzen sind eine der häufigsten Beschwerden überhaupt — fast jeder Mensch in Deutschland erlebt sie mindestens einmal im Leben. In den meisten Fällen sind sie unangenehm, aber harmlos und vergehen innerhalb weniger Wochen. Genau hier setzt Physiotherapie an.
Mehr lesen - Traumatologie
Physiotherapie bei Schleudertrauma (HWS-Distorsion)
Ein Schleudertrauma — medizinisch Halswirbelsäulen-Distorsion — entsteht typischerweise bei Auffahrunfällen. Die meisten heilen folgenlos aus. Entscheidend für eine schnelle Genesung sind heute frühe Mobilisation und aktive Physiotherapie.
Mehr lesen - Orthopädische Erkrankungen
Physiotherapie bei Schulter-Impingement
Schulterschmerzen beim Heben des Armes über Kopfhöhe sind ein typisches Zeichen des Schulter-Impingement-Syndroms. Physiotherapie ist hier in aller Regel die Behandlung der ersten Wahl.
Mehr lesen - Orthopädische Erkrankungen
Physiotherapie bei Tennisellenbogen (Epicondylitis)
Der Tennisellenbogen ist eine sehr häufige Sehnenerkrankung am äußeren Ellenbogen — und nur ein kleiner Teil der Betroffenen spielt tatsächlich Tennis. Physiotherapie mit gezieltem Sehnentraining ist heute die wirksamste Behandlung.
Mehr lesen - Neurologische Erkrankungen
Physiotherapie nach Schlaganfall
Ein Schlaganfall ist ein einschneidendes Ereignis. Mit konsequenter, früh begonnener Physiotherapie können viele Patient*innen verlorene Funktionen ganz oder teilweise zurückgewinnen.
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Für diese Auswahl gibt es kein Krankheitsbild.
Krankheitsbilder nachKörperregion
Wähle eine Körperregion und finde direkt die passenden Krankheitsbilder – oder steige über Lebenssituation und Fachgebiet ein.
Nervensystem
Schulter & Arm
Wirbelsäule & Rücken
Beckenboden & Becken
Wann hilftPhysiotherapie?
Physiotherapie kommt in fast allen Bereichen der Medizin zum Einsatz: in der Orthopädie, Neurologie, Inneren Medizin, Gynäkologie, Pädiatrie und in der Rehabilitation nach Operationen oder Unfällen. Ob Du nach einem Bandscheibenvorfall wieder beweglich werden willst, nach einem Schlaganfall Schritt für Schritt zurück in den Alltag findest oder Schmerzen hast, die sich nicht von allein bessern — eine qualifizierte Physiotherapeut*in begleitet Dich auf diesem Weg.
Physiotherapie hilft immer dann, wenn Bewegung, Funktion oder Belastbarkeit Deines Körpers eingeschränkt sind — egal, ob die Ursache akut, chronisch, traumatisch oder neurologisch ist. Ziel ist es, Schmerzen zu lindern, Funktionen wiederherzustellen und Dich in Deinem Alltag selbstständig zu halten oder zu machen.
In manchen Fällen ist Physiotherapie die wichtigste Behandlung — etwa bei chronischen Rückenschmerzen, nach einem Schlaganfall oder bei Beckenbodenschwäche. In anderen Fällen ergänzt sie eine ärztliche oder operative Behandlung — etwa nach einem Gelenkersatz oder bei rheumatischen Erkrankungen.
Wann zur Ärzt*in zuerst?
Bei diesen Anzeichen solltest Du zuerst eine Ärzt*in aufsuchen:
- starke, plötzlich aufgetretene Schmerzen
- Lähmungserscheinungen, Taubheit oder Kraftverlust
- Fieber, Gewichtsverlust oder Nachtschmerz
- Verdacht auf einen Bruch nach einem Sturz oder Unfall
- Schlaganfall-Warnzeichen (Sprachstörung, halbseitige Lähmung, Sehstörung) — sofort Notruf 112
In allen anderen Fällen kannst Du eine physiotherapeutische Praxis direkt aufsuchen — siehe nächster Abschnitt zur Verordnung.
Verordnung, Kosten, Termine
Brauche ich eine Verordnung von der Ärzt*in?
Für die Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenkasse ja. Die Verordnung (umgangssprachlich „Rezept“) stellt Deine Hausärzt*in oder Fachärzt*in aus. Sie legt fest, welche Therapieform und wie viele Behandlungseinheiten verordnet werden.
Für Selbstzahler-Leistungen und im Rahmen des sektoralen Heilpraktiker*innen-Status mancher Physiotherapeut*innen ist auch ein Termin ohne ärztliche Verordnung möglich — in diesem Fall trägst Du die Kosten selbst.
Was kostet mich Physiotherapie?
Mit einer Verordnung der gesetzlichen Krankenkasse fällt eine gesetzliche Zuzahlung von 10 % der Behandlungskosten plus 10 € Verordnungsgebühr an, sofern Du nicht von der Zuzahlung befreit bist. Die restlichen Kosten übernimmt die Krankenkasse direkt mit der Praxis.
Bei privaten Krankenkassen richtet sich die Erstattung nach Deinem Vertrag. Selbstzahler*innen rechnen direkt mit der Praxis ab.
Wie schnell bekomme ich einen Termin?
Das hängt von Region, Spezialisierung und Auslastung ab. Praxen sind durch das Gesundheitsversorgungsweiterentwicklungsgesetz angehalten, Heilmittelverordnungen mit Dringlichkeitsvermerk zeitnah anzubieten — frag Deine Ärzt*in danach, wenn die Behandlung schnell beginnen sollte.
Welche Therapieformen kommen zum Einsatz?
- Krankengymnastikaktive Bewegung als Basis fast jeder Therapie
- Manuelle Therapiegezielte Behandlung von Gelenken und Muskeln mit den Händen
- Massagenzur Lockerung, Schmerzlinderung und Durchblutungsförderung
- Gerätegestützte KrankengymnastikAufbau von Kraft und Ausdauer an medizinischen Trainingsgeräten
- Manuelle Lymphdrainagebei Lymph- und Wassereinlagerungen
- Bobath-Therapiebei neurologischen Erkrankungen wie Schlaganfall oder MS
- Vojta-Therapieneurophysiologische Behandlung, häufig in der Pädiatrie
- PNF-TherapieFörderung natürlicher Bewegungsmuster
- Wärme- und Kältetherapieergänzend bei Schmerz und Muskelverspannung
- PsychomotorikBewegung und Wahrnehmung bei Kindern
Häufige Fragen
Kann ich auch ohne Verordnung zur Physiotherapie?
Ja, als Selbstzahler*in oder bei Therapeut*innen mit sektoralem Heilpraktiker*innen-Status. Du trägst die Kosten dann selbst, kannst aber je nach Versicherung eine Erstattung beantragen.
Wie viele Behandlungen brauche ich?
Das hängt vom Krankheitsbild ab. Eine Erstverordnung umfasst meist 6 Behandlungseinheiten, eine Folgeverordnung weitere 6. Bei langfristigem Heilmittelbedarf (z. B. nach Schlaganfall) sind dauerhafte Verordnungen möglich.
Was ziehe ich zur Physiotherapie an?
Bequeme, sportliche Kleidung, in der Du Dich frei bewegen kannst. Bei manchen Behandlungen (z. B. Massage, Manuelle Therapie am Rücken) ist es hilfreich, wenn die zu behandelnde Region zugänglich ist. Sprich das vor dem ersten Termin mit Deiner Therapeut*in ab.
Wird Physiotherapie weh tun?
Behandlungen sollen nicht schmerzhaft sein. Bei manchen Techniken (z. B. Triggerpunktbehandlung, Mobilisation steifer Gelenke) kann ein deutliches Druckgefühl entstehen. Ein leichtes Muskelkater-Gefühl am Folgetag ist normal. Starke oder anhaltende Schmerzen solltest Du Deiner Therapeut*in immer zurückmelden.
Kann ich Physiotherapie und Eigenübungen kombinieren?
Ja, und das ist sogar erwünscht. Eigenübungen zwischen den Terminen sind oft entscheidend für den Therapieerfolg — gerade bei chronischen Beschwerden, nach Operationen und bei neurologischen Erkrankungen. Deine Therapeut*in zeigt Dir passende Übungen für zu Hause.
Was unterscheidet Physiotherapie von Krankengymnastik?
„Krankengymnastik“ ist ein Teilbereich der Physiotherapie, der die aktive Bewegungstherapie meint. Physiotherapie ist der Oberbegriff und schließt unter anderem auch Manuelle Therapie, Massagen, Lymphdrainage und neurologische Verfahren ein.
Werden alle Therapieformen von der Krankenkasse übernommen?
Die meisten klassischen Heilmittel (Krankengymnastik, Manuelle Therapie, Lymphdrainage, KG-Gerät und andere) sind in der Heilmittelrichtlinie geregelt und werden mit ärztlicher Verordnung übernommen. Spezielle Verfahren wie Osteopathie sind keine regulären Kassenleistungen — manche Krankenkassen bezuschussen sie freiwillig.
Kann ich eine Therapeut*in selbst auswählen?
Ja. Mit Deiner Verordnung kannst Du frei wählen, in welcher Praxis Du die Behandlung machst. Über die Therapeut*innensuche von Physio Deutschland findest Du qualifizierte Mitgliedspraxen in Deiner Nähe — gefiltert nach Spezialisierung, Sprache und Barrierefreiheit.
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Über 27.000 Mitglieder von Physio Deutschland behandeln bundesweit nach hohen fachlichen Standards. Mit unserer Therapeut*innensuche findest Du in wenigen Klicks eine Praxis mit der passenden Spezialisierung.